Glaubenssätze

you will find the english version below

Bildquelle: Wilfried Pohnke auf Pixabay

Einleitung

„Das was du heute denkst, wirst du morgen sein“

Buddha

Als ich das erste Mal bewusst von Glaubenssätzen hörte, verstand ich nicht, worum es ging. Es war im Jahr 2004 während des ersten Jahres meiner Quantum Body Work Ausbildung. Ich war verzweifelt, da ich während einer Partnerübung wieder mal in ein Muster hineinfiel, welches ich in diversen Körpertherapiesitzungen schon vermeintlich aufgearbeitet hatte. Ich weinte mich bei meinem damaligen Lehrer Christian aus. Er meinte, es liegt an meinen Glaubenssätzen.
Mit dieser Aussage konnte ich überhaupt nichts anfangen. Damals war ich mit meinen Gedanken so identifiziert, dass ich sie für echt hielt. Dass das bloß eine Illusion meines Gehirns sein konnte, kam mir überhaupt nicht in den Sinn. Einer meiner damaligen Glaubenssätze war unter anderem: „Alles was ich denke und fühle bin ich.“ Ich dachte, wenn ich es fühle und meine Überzeugungen (Glaubenssätze) es bestätigen, dann muss es auch wahr sein. Alles in mir verneinte deshalb die Anmerkung von Christian. Aber seine Aussage ließ mich trotzdem nicht in Ruhe. Habe ich etwas übersehen? Ich nahm mir vor, das Thema Glaubenssätze näher zu erforschen.

Was sind nun Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind Feststellungen/Satzaussagen mit einem Punkt am Schluss an die wir glauben, bspw.: „Ich kann nicht malen“. Wir halten sie für wahr, weil sie in unserer Wahrnehmung so wahrgenommen werden und nennen sie deshalb auch Wahrheit.
[zum Thema Wahrnehmung gibt es hier einen eigenen Blogbeitrag]

Glaubenssätze werden mit weiteren Glaubenssätzen „bestätigt“ und mit Gefühlen „gefestigt“. Wir bestätigen uns daher selbst und/oder suchen andere Personen, die diese Glaubenssätze bestätigen. Je mehr „Bestätigung“ wir bekommen, desto sicherer fühlen wir uns, desto mehr halten wir sie für wahr und desto mehr verteidigen wir diese auch. Wir identifizieren uns mit diesen Aussagen. Wenn jemand mit einer anderen Meinung kommt, macht uns das meistens Stress und wir fangen an, uns zu verteidigen und/oder anzugreifen. Manchmal bezeichnen wir das Gegenüber sogar als Lügner, gelegentlich gelingt es uns auch, dass wir hinhören und neugierig werden, ja vielleicht sogar, dass wir die Meinung der anderen Person als einen anderen Blickwinkel anerkennen. Fallweise gelingt uns dann sogar ein eigener Perspektivwechsel, der wiederum neue Glaubenssätze konstruiert. Oft sogar in der Form, dass er unsere eigenen momentanen Glaubenssätze aufhebt und wir deren Gegenteil glauben. Das ist ein sich ständig wiederholender Prozess, der meistens unbewusst abläuft. Selten gelingt es jemanden selbst hinter die eigene Fassade zu blicken.  Oft sehen wir es bei anderen Personen, aber bei uns selbst bleibt es oft ein „Blinder Fleck“ bzw. viele “ Blinde Flecken“. Dabei geht es gar nicht um die Glaubenssätze selbst. Es ist kein einziger davon dauerhaft wichtig. Alle sind sie bloß Illusionsblasen. Kaum zerplatzt eine, wird eine andere konstruiert an der wir festhalten und die wir verteidigen. Und statt anzuerkennen, dass alles bloß Illusion ist, streiten wir uns welche Illusionsblase wahrer, besser, größer, heller oder strahlender ist.

Viele von unseren Glaubenssätzen entstanden bereits in der Kindheit. Sie wurden uns von unseren Betreuungspersonen eingeprägt (und diesen bereits von deren Betreuungspersonen). Deshalb ist besonders bei diesen Glaubenssätzen das Erkennen, dass es bloß eine Meinung einer anderen Person ist, die ich übernommen und niemals in Frage gestellt habe und somit eigentlich eine Illusionsblase ist, eine echte Herausforderung.

In der Transaktionsanalyse (eine Theorie zur Struktur der menschlichen Persönlichkeit aus den 60er- Jahren)  vom US-amerikanischen Psychiater Eric Berne beschreibt er, dass Kinder bis etwa zum 7. Lebensjahr aus den Botschaften ihrer Eltern und anderer Bezugspersonen ein Glaubenssystem entwickeln, das Berne auch als Script oder inneres Drehbuch bezeichnet. Bei diesem Drehbuch handelt es sich per Definition um etwas Negatives, da es uns zwingt, auf eine bestimmte Art zu handeln, und dadurch unsere Entscheidungsfreiheit einschränkt, ohne dass uns dies bewusst ist.

Bernes Skript besteht aus Einschärfungen (entmutigende Verbote, bspw.: „Zeig keine Gefühle!“, „Das schaffst du nicht!“) und Antreiben („Sei perfekt!“, „Sei gefällig!“, „Streng dich an!“ „Sei stark!“ und „Beeil dich!“).

Was sollten wir uns über Glaubenssätze bewusst machen?

  1. Glaubenssätze können nützen oder Schaden anrichten
  2. Alle Glaubenssätze sind Illusionsblasen
  3. Das menschliche Gehirn braucht Glaubenssätze und kann daher ohne Glaubenssätze gar nicht existieren
  4. Durch Fragestellungen können wir aus Glaubenssätzen aussteigen bzw. sie umwandeln
  5. Bewusst erstellte neue Glaubenssätze können uns als Säulen dienen

1. Glaubenssätze können nützen oder Schaden anrichten

Jeder Glaubenssatz hat, zu der Zeit, in der er sich in uns entwickelt, seine Berechtigung, sonst hätten wir ihn nicht kreiert. Es gibt Glaubenssätze, die uns unterstützen, wie „Das machst du gut!“, „Ich glaube an mich/dich!“ und Glaubenssätze, die uns und/oder unserem Umfeld schaden: „Das kannst du nicht!“, „Du hast kein Talent dafür!“, „Das tut man nicht!“ Das schaffst du nie!“. Positive Glaubenssätze helfen uns, durch schwierige Zeiten leichter durchzukommen und Ziele zu erreichen. Negative Glaubenssätze machen uns und unserer Umwelt das Leben schwer und unterstützen Problemtrancen (Negative Glaubenssätze, die durch Bestätigung anderer negativer Glaubenssätze und Gefühle einen Trancezustand erzeugen, der uns im Problemzustand festhält. Statt über eine Lösung nachzudenken, bleibt man im Problemzustand hängen, ähnlich wie im Film: „Und täglich grüßt das Murmeltier“).

Vor allem Verbote und Gebote sind unterbewusste Lebensregeln, die meistens von unseren Bezugspersonen auf uns übertragen wurden. Diese können uns einerseits Halt und Struktur geben, andererseits aber auch uns und unser Umfeld in unserem Erleben sehr einschränken, da sie die Bandbreite dessen, was möglich wäre ohne diese Glaubenssätze nicht zulassen und es uns selbst dabei gar nicht auffällt.

2. ALLE Glaubenssätze sind Illusionsblasen

Wir sehen die Welt immer durch eine eingefärbte Brille und erwarten, dass der Rest der Welt dieselben Farben wahrnimmt, die unser eigenes Leben/Erleben erschaffen hat. Diese Farben bezeichnen wir als wahr.
Bri Kensho

Jeder Glaubenssatz kann durch Hinterfragen als eine Illusionsblase erkannt werden. Wie oft haben wir gestritten, uns geärgert, waren frustriert, eifersüchtig, neidisch oder freuten uns besonders, waren verliebt, begeistert, voller Euphorie, um nach einiger Zeit festzustellen, dass davon wenig oder nichts mehr da war. Wir fragten uns oft selbst, was hat mich damals nur bewogen, dieses oder jenes zu glauben oder zu tun? Wenn Glaubenssätze von früher nicht mehr so wichtig sind, werden auch aktuelle Glaubenssätze früher oder später nicht mehr den Stellenwert haben, den sie jetzt haben.

Das war eine meiner ersten Erkenntnisse (Erkenntnisse sind momentan stimmige Glaubenssätze. Da sie von allen unseren Bewertungssystemen angenommen werden können, hat unser Gehirn zu diesem Zeitpunkt eine größere Aufnahmefähigkeit. Das Gehirn schafft mehrere Perspektivwechsel und das erzeugt eine größere Wahrnehmungsebene, die ich deshalb Raumbewusstsein nenne.) 

Für alle, die jetzt immer noch der Meinung sind, Ihre Glaubenssätze sind wahr, hilft es vielleicht sich zu erinnern, dass unser menschliches Gehirn eine sehr begrenzte Aufnahmefähigkeit hat. Von 10 hoch 9 Bits an Informationen, die uns jede Sekunde zur Verfügung stehen, können wir nur 24 Bits wahrnehmen. Unter Einwirkung von Stress verringert sich das noch mehr. Wie groß ist da die Wahrscheinlichkeit, dass gerade unser Glaubenssatz, der einzig richtige ist?

3. Das menschliche Gehirn braucht Glaubenssätze und kann daher ohne Glaubenssätze gar nicht existieren

Die meisten Menschen erfahren Gegenwärtigkeit überhaupt nicht oder nur zufällig und kurz, bei seltenen Gelegenheiten, ohne sie zu erkennen. Sie wechseln nicht zwischen Bewusstheit und Unbewusstheit, sondern nur zwischen verschiedenen Ebenen von Unbewusstheit.
Eckhart Tolle

Unser Gehirn ist ständig damit beschäftigt neue Eindrücke zu verarbeiten. Diese Eindrücke werden mit Bewertungen (Glaubenssätzen) und Gefühlen abgespeichert.

Wenn wir uns bewusst machen, dass jeder Eindruck nur eine Momentaufnahme ist und dieser nur durch ständiges neues Bestätigen am Leben erhalten wird, erleben wir das Geschehen nicht mehr nur aus der Identifikationsebene heraus (Diese nenne ich Dualitätsbewusstsein, da sie sich durch ständiges Vergleichen und Angleichen oft verändert. Wir haben in uns verschiedene Meinungen dazu, oft sogar gegenteilige, und wir finden bei anderen Personen ebenfalls unterschiedliche Meinungen.), sondern auch aus der Ebene der Beobachterposition (Raumbewusstsein). 

Mit anderen Worten, wir haben dadurch die Wahl bewusst zwischen Identifikation und Beobachter zu wechseln, statt uns hilflos ausgeliefert zu fühlen. Aus der Position der Identifikation haben wir eine Menge Gefühle und zusätzliche bestärkende Gedanken, die die Wahrnehmungsebene einschränken.  Aus der Beobachterposition (Raumbewusstsein) sehen wir das ganze Geschehen gelassener und entspannter und unsere Wahrnehmungsebene ist größer. Es fällt uns leichter unterschiedliche Perspektivwechsel einzunehmen, und dadurch auch Meinungen anderer Personen anzunehmen.

Sobald wir einen Glaubenssatz aufgelöst haben, wird dieser sofort durch einen neuen Glaubenssatz ersetzt.

Auf der einen Seite kann das zur nächsten Glaubenssatzfalle werden, wenn wir uns wieder damit identifizieren, statt in die Beobachterposition zu gehen. Auf der anderen Seite können wir bewusst Glaubenssätze, die uns einengen und schaden, gegen Glaubenssätze, die uns unterstützen ersetzen.

Glaubenssätze in Bezug auf unsere eigene Identität, die nie hinterfragt werden, halten uns davon ab weitere Entwicklungsschritte zu machen.  Wenn wir uns selbst klein machen, kann uns das eine Menge Lebensqualität rauben. Wenn wir diese Glaubenssätze hinterfragen, wird aus uns eine komplett neue Persönlichkeit. Wir erschaffen uns neu durch neue Glaubenssätze. 

4. Durch Fragestellungen können wir aus Glaubenssätzen aussteigen bzw. sie umwandeln

Wenn ich erkannt habe, dass das was ich gerade fühle und denke durch Glaubenssätze aufrechterhalten wird, kann ich es jederzeit durch Umprogrammierung verändern, wenn diese für mich nicht mehr 100% stimmig sind. Sobald wir anfangen bestehende Glaubenssätze zu hinterfragen, beginnt bereits der Umwandlungsprozess in einen neuen Glaubenssatz oder in eine Erkenntnis.  Als Einstieg hat sich die Frage “Tut mir das gut?“, „Will ich das wirklich so leben?“ oder “Hilft mir diese Einstellung, Meinung im leichten Umgang mit mir selbst und anderen Menschen oder Situationen?“ sowie “Hilft mir diese Einstellung bei der Zielerreichung?“ oder „Hilft mir dieser Glaube/diese Wahrnehmung  bei der Umsetzung von…. oder „Schränkt der Glaubenssatz mich dabei ein?“ und danach „Was muss ich jetzt tun, wenn ich es anders haben will?“ oder „Mit welchem Glaubenssatz würde ich mich wohl fühlen?“ und „Welcher Glaubenssatz hilft mir mein gewünschtes Ziel zu erreichen?“ sowie „Welcher Glaubenssatz bringt die Persönlichkeit in mir hervor, die ich leben möchte?“ als sehr hilfreich erwiesen. 

Beispiel:  Jemand sieht sich selbst jahrelang als tänzerisch sehr unbegabt. Dementsprechend bewegt er sich unsicher und unbeholfen. Freunde bestätigen ebenfalls den Glaubenssatz. Dadurch tanzt er auch weiterhin so (Pygmalioneffekt/selbst erfüllende Prophezeiung). Bis der Tag kommt, wo er sich fragt, ob das wirklich wahr ist, denn eigentlich würde er doch gerne tanzen können. Wenn man sich fragt: „Was muss ich tun, um zur/m Tänzer*in zu werden?“  genügt das alleine, um sofort eine Veränderung/einen Perspektivwechsel einzuleiten.  Das Gehirn sucht nach Möglichkeiten und der Mensch tut alles was als nötig dafür erachtet wird. Er besucht Tanzkurse der unterschiedlichsten Tanzarten, nimmt Einzelunterricht, übt und versucht sich bewusst von dem Glaubenssatz zu befreien nicht tanzen zu können.  Zuerst wird er zum „Ich bin Anfänger*in.“ umgewandelt, nach einiger Zeit ist dieser auch nicht mehr stimmig und wird gegen „Ich bin Fortgeschrittene*r.“ und danach gegen „Ich bin Profi.“ eingetauscht oder es wird „Tanzen muss hauptsächlich Spaß machen, alles andere  ist nicht wichtig.“ daraus. Dies ist nur möglich, wenn wir immer wieder unsere Glaubenssätze hinterfragen, nachspüren, ob sie uns guttun, und bei Bedarf gegen neue stimmige Glaubenssätze ersetzen. Wenn wir in den zielgerichteten Fragemodus gehen: „Was muss ich tun, um … zu erhalten?“ statt in die Bewertung „Es ist nicht möglich, weil…“ bleibt unser Gehirn im Lösungsfindungsmodus. Das Gehirn ist somit fähig Lösungen zu finden. In der Bewertung (im Feststellmodus: „So ist es halt.“) ist es nicht fähig Lösungen zu erkennen. 

Diese Frage ist auch sehr wichtig: „was möchte ich stattdessen haben?“  Wenn wir beim Beispiel Tanzen bleiben und die Beschreibung „Ich bin Anfänger*in.“ nicht mehr verwenden wollen, obwohl es sich noch so anfühlt, wandeln wir diesen Satz einerseits um in “ Ich bin fortgeschrittene*r Tänzer*in.“, und andererseits stellen wir uns wieder konstruktive Fragen, wie bspw. „Wie würde ich da stehen oder gehen?“, „Was würde ich da denken und fühlen?“, „Was muss jetzt gemacht werden, um genau dorthin zu gelangen?“ oder auch „Was braucht es jetzt, morgen, nächste Woche an Übungen, Einstellungen, Taten etc.“

Hartnäckige Glaubenssätze können mit folgenden Fragen geknackt werden: „Ist er (dieser Glaubenssatz) wirklich wahr?“, „Woran erkenne ich, dass er wahr ist?“, „Was wäre, wenn er nicht wahr wäre?“, „Gibt mir dieser Glaubenssatz die Freiheit, die ich mir wünsche oder schränkt er mich ein?“, „Würde derselbe Satz auch noch wahr und wichtig sein, wenn ich nur noch einen Tag zu leben habe?“, „Unter welchen Umständen wäre er nicht mehr wahr?“, „Will ich diesen Glaubenssatz weiter glauben?“, „Gilt der Glaubenssatz immer oder gibt es Ausnahmen?“,“ Was ist bei den Ausnahmen anders?“, „Welche Umstände erlauben diese Ausnahme?“ etc.

5. Bewusst erstellte (neue) Glaubenssätze können uns als Säulen dienen

Der Mensch braucht immer Halt. Wir kommen als hilfloses bedürftiges Wesen auf die Welt und werden von Jung an durch Abhängigkeiten geprägt. Wir sind abhängig von Bezugspersonen wie Eltern, Freunden, Lehrern, später von Partnern, aber auch Umständen wie Geld, Jobs, Hobbies, Anerkennung, etc.

In Zeiten, wo wir im äußeren Leben zu wenig Halt (Säulen) von äußeren Personen oder Umständen haben, helfen uns Glaubenssätze Halt zu finden.

Beispielsweise wurden in früheren Zeiten (mehrere!!!) Götter kreiert, die uns Halt gaben. Später machte man daraus einen (ganz speziellen) Gott, der uns in schweren Zeit zur Seite stand und steht (der Glaubenssatz: „Wir sind das auserwählte Volk“ kreierte unsere jetzige Form von Gottesglaube) oder auc das Karma, dass seinen Ursprung in einem sehr armen Land hatte, wo sich die Menschen damit trösteten „mehrere Leben zur Verfügung zu haben“, um mit dem jetzigen oft trostlosen, armen Leben besser umgehen zu können. Und man darf nicht vergessen, welche speziellen Methoden dadurch erschaffen werden konnten wie „das Beten“ und „die Meditation“, die ihrerseits wieder Säulen für unser Leben sein können. 

 Aber auch Glaubenssätze wie „Bald ist es vorbei!“ oder „Nur noch zwei Jahre, dann hast du es geschafft!“ können uns durch schwierige Zeiten geleiten. Unser Gehirn ist darauf programmiert uns mit Glaubenssätzen weiterzuhelfen. Viele davon werden automatisch unbewusst als Unterstützung kreiert. 

Wenn ich mir einen neuen Glaubenssatz erschaffen möchte, der für mich noch nicht authentisch wirkt, weil andere hartnäckige Glaubenssätze ihn noch blockieren, gehört dieser zuerst aufgeschrieben und dann laut ausgesprochen. Ist er schon zu 100 % stimmig? Falls ja, benutze ich ihn täglich mehrmals und richte mein Leben danach aus. Je mehr Sinneskanäle ich dafür einsetze und je mehr individuelle Rituale ich dafür einsetze desto besser. So kann es sich das Gehirn besser einprägen. (siehe Blogbeitrag: „wie das Gehirn den Tango lernt“)

Falls nein, frage ich nach: „Was braucht es noch damit es stimmig wird?“. Oft reicht ein: „Das was hier abläuft ist bloß ein altes Muster/ein alter Glaubenssatz und dessen Nachwirkungen.“ als Zusatz zum neuen Glaubenssatz. Oft hilft auch ein „Auch wenn ich dieses oder jenes noch spüre, als wahr annehme, ist dieser Glaubenssatz (mein neuer Glaubenssatz) ab sofort gültig.“

Zusammenfassung

Das Leben ist ständig von Bewertungen geprägt. Jede Bewertung ist ein Glaubenssatz, der aufgrund der momentanen Sinneseindrücke und Gefühle entstanden ist.  Wenn ich erkannt habe, dass das was ich gerade fühle und denke durch Glaubenssätze aufrechterhalten wird, kann ich es jederzeit durch Umprogrammierung verändern, wenn die Situation für mich nicht mehr stimmig ist.  Um Glaubenssätze verändern zu können müssen sie zuerst hinterfragt werden, wir stellen sie in Frage.  Danach kreieren wir für uns passendere neue Glaubenssätze. Mit welchem Glaubenssatz würde ich mich wohl fühlen? Welcher Glaubenssatz hilft mir dieses Ziel zu erreichen? Welcher Glaubenssatz bringt die Persönlichkeit hervor die ich leben möchte?

Sobald wir einen neuen Glaubenssatz gefunden haben (bspw. „Ich schaffe die Aufnahmeprüfung für…!“) gehen wir wieder in die Fragestellung zurück. Passt er bereits zu 100% oder sind andere Glaubenssätze da, die die Umsetzung noch verhindern? 

Einerseits formuliere ich den neuen Glaubenssatz laut neu, auch wenn ich ihn noch nicht als „wahr“ spüre oder glaube, auch wenn noch etwas in mir sagt: „Du bist nicht gut genug, klug genug, schön genug!“ oder „Ich werde diese Aufnahmeprüfung nicht schaffen!“. Andererseits hinterfragen wir neu entstandene Glaubenssätze, die das Glauben an den neuen formulierten Wunschglaubenssatz noch verhindern. 

Wichtig ist, die neuen stimmigen Glaubenssätze oft zu wiederholen und mit Ritualen und möglichst vielen Sinnen zu verbinden (siehe Blogbeitrag:  „Wie das Gehirn den Tango lernt“).

__________________

„Tomorrow you will be what you think today“
Buddha

When I first heard about beliefs, I didn’t understand what it was about. It was in 2004 during the first year of my Quantum Body Work training. I was desperate because during a partner exercise I fell back into a pattern that I had supposedly worked up in various body therapy sessions. I asked desperately one of my teacher, named Christian. He said that it was because of my beliefs.

I couldn’t do anything with this statement. At that time I was so identified with my thoughts that I thought they were real. It never occurred to me that this could just be an illusion of my brain. One of my beliefs at the time was: „Everything I think and feel is me.“ I thought if I felt it and my beliefs confirmed it, it had to be true. Everything in me therefore denied Christian’s comment. But his statement didn’t leave me alone. Did I miss something? I decided to do more research on the topic of beliefs.

So what are beliefs?

Beliefs are statements / statements with a dot at the end that we believe in, for example: „I can not paint“. We consider them to be true because they are perceived in our perception and therefore call them truth.

Beliefs are „confirmed“ with other beliefs and „consolidated“ with feelings. We therefore confirm ourselves and / or look for other people to confirm these beliefs. The more „confirmation“ we get, the more secure we feel, the more we believe it is true and the more we defend it. We identify with these statements. When someone comes up with a different opinion, it usually makes us stressful and we start to defend and / or attack. Sometimes we even refer to the other person as a liar, occasionally we also succeed in listening and becoming curious, maybe even in recognizing the other person’s opinion as a different point of view. In some cases we even manage to change our perspective, which in turn constructs new beliefs. Often even in the form that it overrides our own current beliefs and we believe the opposite. This is a constantly repeating process that mostly takes place subconsciously. Seldom does someone manage to look behind their own facade. We often see it with other people, but with ourselves it often remains a „blind spot“ or many „blind spots“. It is not about the beliefs themselves. Not one of them is permanently important. All of them are just illusion bubbles. As soon as one bursts, another is constructed which we hold onto and which we defend. And instead of acknowledging that everything is just an illusion, we argue which bubble is more true, better, bigger, brighter or more radiant.

Many of our beliefs were born in childhood. They have been impressed on us by our caregivers (and already by their caregivers). Therefore, especially with these beliefs, realizing that it is just another person’s opinion, which I have adopted and never questioned and is therefore actually an illusion bubble, is a real challenge.

In the transactional analysis (a theory of the structure of human personality from the 1960s) by the American psychiatrist Eric Berne, he describes that children up to the age of 7 develop a belief system from the messages of their parents and other caregivers, which Berne also does referred to as a script or script. This screenplay is, by definition, something negative because it forces us to act in a certain way, thereby limiting our freedom of choice without us being aware of it.

Bernes script consists of injuries (discouraging prohibitions, for example: „Don’t show feelings!“, „You can’t do it!“) And driving („Be perfect!“, „Be complacent!“, „Strive yourself!“ „Be strong! „and“ Hurry up! „).

What should we be aware of about beliefs?

1. Beliefs can help or cause harm

2. All beliefs are bubbles of illusion

3. The human brain needs beliefs and therefore cannot exist without beliefs

4. By asking questions, we can get out of beliefs or convert them

5. Consciously created new beliefs can serve as pillars

1. Beliefs can help or cause harm

Every belief has its justification at the time it develops in us, otherwise we would not have created it. There are beliefs that support us, such as „You are doing well!“, „I believe in myself / you!“ and beliefs that harm us and / or our environment: „You can’t!“, „You have no talent for it!“, „You don’t!“ You can never do it! „. Positive beliefs help us to get through difficult times and achieve goals more easily. Negative beliefs make life difficult for us and our environment and support problem trances (negative beliefs that create a trance state through confirmation of other negative beliefs and feelings who keeps us in a problem state. Instead of thinking about a solution, you get stuck in the problem state, similar to the film: „And the marmot greets every day“).

Above all, prohibitions and do’s and don’ts are subconscious rules of life that were mostly transferred to us by our caregivers. On the one hand, these can give us support and structure, but on the other hand they can also limit us and our environment in our experience, because they do not allow the range of what would be possible without these beliefs and we do not even notice it.

2. ALL beliefs are bubbles of illusion

We always see the world through colored glasses and expect the rest of the world to perceive the same colors that our own life / experience created. We call these colors true.

Bri Kensho

Every belief can be recognized as an illusion bubble through questioning. How often have we argued, annoyed, were frustrated, jealous, jealous or particularly happy, were in love, enthusiastic, full of euphoria, after a while to find that little or nothing was left. We often asked ourselves, what motivated me at the time to believe or do this or that? If earlier beliefs are no longer so important, sooner or later current beliefs will no longer have the status they now have.

That was one of my first realizations (realizations are coherent beliefs at the moment. Since they can be accepted by all of our rating systems, our brain has a greater receptivity at this point in time. The brain creates multiple changes of perspective and this creates a higher level of perception, which I therefore call spatial awareness .)

For those of you who still think your beliefs are true, it may help to remember that our human brain has a very limited receptivity. Of the 10 to the 9 bits of information that are available to us every second, we can only perceive 24 bits. This is reduced even more under the influence of stress. How big is the probability that our belief is the only correct one?

3.The human brain needs beliefs and therefore cannot exist without beliefs

Most people do not experience presence at all or only accidentally and briefly, on rare occasions without realizing it. They do not switch between awareness and subconsciousness, but only between different levels of subconsciousness.

Eckhart Tolle

Our brain is constantly busy processing new impressions. These impressions are saved with evaluations (beliefs) and feelings.

If we become aware that every impression is just a snapshot and that it is only kept alive by constant new confirmation, we no longer experience what is happening from the level of identification (I call this awareness of duality, since it is through constant comparison and adjustment Often changed (we have different opinions within us, often even the opposite, and we also find different opinions in other people), but also from the level of the observer position (spatial awareness).

In other words, it gives us the choice to switch consciously between identification and observer instead of feeling helpless. From the position of identification, we have a lot of feelings and additional reinforcing thoughts that limit the level of perception. From the observer position (space awareness) we see the whole event more relaxed and relaxed and our level of perception is larger. It is easier for us to adopt different perspectives, and thereby also to accept the opinions of other people.

As soon as we have dissolved a belief, it is immediately replaced by a new belief.

On the one hand, this can become the next belief trap if we identify with it again instead of going into the observer position. On the other hand, we can consciously replace beliefs that restrict and harm us with beliefs that support us.

Beliefs about our own identity that are never questioned prevent us from taking further development steps. If we make ourselves small, it can rob us of a lot of quality of life. When we question these beliefs, we become a completely new personality. We are creating ourselves anew through new beliefs.

4. By asking questions, we can get out of beliefs or convert them

If I have realized that what I am feeling and thinking is maintained by beliefs, I can change it at any time by reprogramming if these are no longer 100% correct for me. As soon as we start to question existing beliefs, the process of converting them to a new belief or knowledge begins. As an introduction, the question „Is it good for me?“, „Do I really want to live it like this?“ Or „Does this attitude help me, an opinion in easy handling of myself and other people or situations?“ And „Does this attitude help me when reaching the goal? “ or „Does this belief / perception help me to implement …. or“ Does the belief limit me? „and then“ What do I have to do now if I want it to be different? „or“ What belief would I use? I feel comfortable? „and“ Which beliefs help me to achieve my desired goal? „and“ Which beliefs bring out the personality in me that I want to live? „as very helpful.
Example: Someone sees himself as very untalented for years. Accordingly, he moves uncertainly and awkwardly. Friends also confirm the belief. He continues to dance this way (pygmalion effect / self-fulfilling prophecy). Until the day comes when he wonders if this is really true, because he would actually like to be able to dance. If you ask yourself: „What do I have to do to become a dancer?“ That alone is enough to immediately initiate a change / change of perspective. The brain searches for opportunities and people do everything that is considered necessary. He attends dance classes in a wide variety of dance types, takes individual lessons, practices and tries to free himself from the belief that he cannot dance. First he becomes „I’m a beginner.“ converted, after some time this is no longer coherent and is against „I’m advanced * r.“ and then against „I’m a professional.“ trade in or it becomes „Dancing has to be fun, everything else is not important.“ from it. This is only possible if we constantly question our beliefs, find out whether they are good for us, and replace them with new, consistent beliefs if necessary. If we go into the targeted question mode: „What do I have to do to get …?“ instead of the assessment „It is not possible because …“, our brain remains in solution-finding mode. The brain is therefore able to find solutions. In the evaluation (in the detection mode: „That’s how it is.“) It is not able to recognize solutions.

This question is also very important: „what do I want instead?“ If we stick to the example of dancing and the description „I am a beginner.“ no longer want to use it, although it still feels that way, we convert this sentence on the one hand into „I am an advanced dancer“, and on the other hand we ask ourselves constructive questions again, such as „How would I stand there or go? „,“ What would I think and feel there? „,“ What has to be done now to get there exactly? “ or also „What is needed now, tomorrow, next week in exercises, attitudes, actions etc.“

Stubborn beliefs can be cracked with the following questions: „Is he (this belief) really true?“, „How do I know that he is true?“, „What if he was not true?“, „This belief gives me the freedom that I want or does it restrict me? „,“ Would the same sentence still be true and important if I only had one day to live? „,“ Under what circumstances would it no longer be true? „, „Do I want to continue to believe this belief?“, „Does the belief always apply or are there exceptions?“, „What is different about the exceptions?“, „What are the circumstances that allow this exception?“ Etc.

5. Consciously created (new) beliefs can serve as pillars

Man always needs a hold. We come into the world as a helpless, needy being and from an early age we are shaped by dependencies. We are dependent on caregivers such as parents, friends, teachers, later on partners, but also circumstances such as money, jobs, hobbies, recognition, etc.

In times when we have too little support (pillars) of external persons or circumstances in external life, beliefs help us to find support.

For example, in earlier times (several !!!) gods were created that gave us support. Later one turned it into a (very special) God who stood and stands by us in difficult times (the belief: „We are the chosen people“ created our current form of belief in God) or also the karma that originated in a very poor country, where people consoled themselves with „having several lives at their disposal“ in order to be able to better deal with the current often desolate, poor life. And one should not forget which special methods could be created by it like „praying“ and „meditation“, which in turn can be pillars for our life.

But also beliefs like „Soon it will be over!“ or „Only two more years, then you made it!“ can guide us through difficult times. Our brains are programmed to help us with beliefs. Many of them are automatically subconsciously created as support.

If I want to create a new belief that does not yet seem authentic to me because other stubborn beliefs are still blocking it, it should first be written down and then spoken out loud. Is it 100% correct? If so, I use it several times a day and adjust my life accordingly. The more sensory channels I use for this and the more individual rituals I use for it the better. This way the brain can memorize it better. (see blog post: „How the brain learns the tango“)

If not, I ask: „What else does it need to make it coherent?“. Often it is enough: „What is going on here is just an old pattern / belief and its aftermath.“ as an addition to the new belief. Often it also helps „Even if I still feel this or that as true, this belief (my new belief) is now valid.“

Summary

Life is constantly shaped by evaluations. Each evaluation is a belief that has arisen based on the current sensations and feelings. If I have realized that what I am feeling and thinking is being maintained by beliefs, I can change it at any time by reprogramming if the situation is no longer right for me. To be able to change beliefs, they must first be questioned, we question them. Then we create more appropriate new beliefs for us. Which belief would I be comfortable with? What beliefs will help me achieve this goal? Which beliefs bring forth the personality I want to live?

As soon as we have found a new belief (e.g. „I will pass the entrance exam for …!“) We will go back to the question. Does it already fit 100% or are there other beliefs that still prevent implementation?

On the one hand I rephrase the new belief, even if I don’t yet feel or believe it to be „true“, even if something else in me says: „You are not good enough, clever enough, beautiful enough!“ or „I will not pass this entrance exam!“. On the other hand, we question new beliefs that still prevent belief in the new wording.

It is important to repeat the new coherent beliefs often and to combine them with rituals and as many senses as possible (see blog post: „How the brain learns the tango„).

Dieser Beitrag wurde unter Gehirnfunktion, Glaubenssätze, Konstruktivismus abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Glaubenssätze

  1. Pingback: Bri Kensho - Bri KenshoBri Kensho

  2. Pingback: Erste Hilfe Kurs für Gefühlsverarbeitung – Teil 3 - Bri KenshoBri Kensho

  3. Pingback: Erste Hilfe für Gefühlsverarbeitung - Teil 2 - Bri KenshoBri Kensho

  4. Pingback: Erste Hilfe für Gefühlsverarbeitung - Teil 1 - Bri KenshoBri Kensho

  5. Pingback: YOGA - die Vereinigung des Körpers mit der Seele - Bri KenshoBri Kensho

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert